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[Filmrezension] James Camaron – Avatar (USA 2009)

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… hochkommerzieller Esokitsch …

Filmszene
Protagonisten des Films
Da ich gewisse Filme unerträglich finde, ist es mir unmöglich eine Rezension darüber zu verfassen. Gott-sei-dank gibt es jedoch Individuen, die masochistisch genug veranlagt sind, um sich auch solche Filme anzutun, und dankenswerterweise auch bereit sind, eine diesbezügliche Kritik zu verfassen. So hat selbst der Film Avatar, der pünktlich vor Weihnachten in die hiesigen Kinos kam, einen Rezensierer mehr oder minder für sich gewinnen können. Folgende Rezension von Ingo Junkat möchte ich Euch nicht vorenthalten:

Avatar – eine zweite Meinung

Der mit dem Baum tanzt

Ich habe diese Woche mehrfach gelesen, Avatar revolutioniere das Kino. Nach zweieinhalbstündiger Tortur im Kinosessel kann ich das nur für einen Bereich bestätigen: die Tricktechnik. Der Rest von Avatar ist, man muss es mal so deutlich sagen, der teuerste Esoterik-Kitsch aller Zeiten.

Bis zu 300 Millionen Dollar hat James Cameron angeblich für diesen Film ausgegeben. Herausgekommen ist ein Hightech-Ethnomärchen, das aus so vielen Versatzstücken besteht, dass man zwischendurch kaum noch weiß, in welchem Film man sitzt.

Das Hauptmotiv ist unschwer als Der mit dem Wolf tanzt im Weltall zu erkennen: Zivilisationsmensch wird bei edlen Wilden zum respektvollen Umgang mit der Natur bekehrt. Dabei verliebt er sich in Neytiri (Zoe Saldaña als Quasi-Pocahontas), die ihn durch eine prähistorische Dschungelwelt führt, die irgendwo zwischen Jurassic Park, Tarzan und Gullivers Reisen angesiedelt ist.

Die 3D-Animationen haben Fotoqualität, und natürlich macht es Spaß, der Hauptfigur bei ihrer Entdeckungsreise zu folgen. Das Problem ist nur, dass Avatar nach dem Prinzip “Drehbuch folgt Kulissen” funktioniert. Man merkt dem Film an, dass sich die Macher zuerst alle möglichen Stauneffekte ausgedacht haben, um sie dann irgendwie miteinander zu verbinden – ob das die Handlung voran bringt oder nicht.

Wenn Sie jetzt sagen: Wir sind hier in einem Popcorn-Blockbuster und nicht bei Lars von Trier, dann gebe ich Ihnen völlig Recht. Ich würde mich auch sofort auf diesen Film einlassen, wenn Avatar nicht so unerträglich kitschig und klischeehaft wäre.

Da sind vor allem die Ureinwohner von Pandora, die Cameron ständig panflötenuntermalte Weisheiten sprechen lässt. Auf der anderen Seite haben wir die raffgierigen Menschen, die ähnlich sinnlos in den Dschungel ballern wie das französische Kanonenboot in Herz der Finsternis.

Das menschliche Personal zerfällt in die typischen Cameron-Klischees: Macho-Soldaten mit markigen Einzeilern (“Legt den Laden in Schutt und Asche – ich will zum Abendessen zurück sein!”), die einsame Wissenschaftlerin, die den militärischen Irrsinn aufhalten will (Sigourney Weaver als Jane Goodall im All), einen Versehrten, der über sich selbst hinauswächst und, natürlich, den bösen Firmen-Tycoon und Oberkapitalisten.

Hier kommt die große Ironie von Avatar ins Spiel: ein Film mit antikapitalistischer und antitechnologischer Message, der selbst das Ergebnis maximaler Kapitalisierung und Technisierung ist. Letztendlich gibt es kaum eine Szene in Avatar, die nicht auf Staunen und Knallwirkung bedacht wäre. Genau in diesem Kalkül – und in dem irren Kitsch – versinkt die möglicherweise gut gemeinte Botschaft dieses Filmes. Zurück bleibt wenig mehr als ein bombastisch verfilmtes Klischee. Schade.

Autor: Ingo Junkat

Filminformation:

Avatar, Regie: James Cameron, USA 2009, 160 Minuten

Quelle:

4 Kommentare auf '[Filmrezension] James Camaron – Avatar (USA 2009)'

  1. avatar claudio says:

    habe mir den film schon angesehen…ehrlich gesagt hat er meinen erwartungen gar nicht erfüllt.

  2. avatar Paraphen says:

    Ich hatte überlegt, mir den wegen der Effekte anzusehen, aber meinst Du, daß sich das echt nicht lohnt?

  3. avatar Simpson says:

    Schlechte Kritik.
    Bewerte lieber den Film selbst anstatt ihn die ganze Zeit mit anderen Filmen zu vergleichen.
    Meiner Meinung nach ist es der beste Film den ich je gesehen habe.

  4. avatar Redaktion says:

    Lieber Simpson,

    bitte hinterlaß doch Deinen Kommentar direkt beim Autoren (siehe Quelle). Meinem Empfinden zufolge handelt es sich um eine sehr gute Kritik – sonst hätte ich sie sicher nicht übernommen.

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