Glaubst Du noch oder denkst Du schon?

 

Zur Hölle mit Berlin

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (Bitte Abstimmen)
Beitrag per e-Mail versenden

… die Initiative Pro Reli ist gescheitert …

... wie Pro Reli Berlin wahrnimmt
... wie Pro Reli Berlin wahrnimmt
Pro Reli hat sich nicht mit Ruhm bekleckert. Nachdem die Initiative schon die ganze Zeit die Wähler zu manipulieren versucht, indem sie skandierte:

Ja, denn Freie Wahl ist meine Ethik!
Ja, denn Toleranz ist meine Ethik!
Unseren Kindern zuliebe: Ja!
Toleranz beginnt mit Ja!

so ließ sich dem Abstimmungsergebnis ganz klar entnehmen, daß die Initiative gescheitert ist. Dem vorläufigen Wahlergebnis zufolge, entschieden sich nur 14,2% der stimmberechtigten Berliner für eine Abschaffung des Ethikunterrichts und für eine Einführung des ordentlichen Unterrichtswahlfaches Religion, für das Entweder-Oder.

Damit ist die Initiative jedoch weit entfernt von den benötigten 25%. Auch die Mehrheit der Stimmen konnte die Initiative Pro Reli nicht auf sich vereinen.

Anhand des Abstimmungsergebnisses läßt sich außerdem erkennen, daß Berlin auch weiterhin eine geteilte Stadt im Geiste ist. In den Ostbezirken stimmten durchschnittlich 74,5% für Ethik UND Religion, wohingegen in den Westbezirken durchschnittlich 64,3% für Ethik ODER Religion stimmten. Einzig und allein der Bezirk Mitte zeigt, daß sich seine Bevölkerungsstruktur homogenisiert hat: 55% stimmten jedoch auch hier gegen den Entwurf der Initiative und somit für das Sowohl-Als-Auch.

So ist auch heute noch, die christliche Kirche im Osten nicht wiederangekommen. Fast 20 Jahre nach der “Befreiung” vom Sozialismus, bleibt den bürgerlichen Zehlendorfern nichts weiter übrig, als weiterhin zu lamentieren, daß “die Gottlosigkeit des Arbeiter-und-Bauern-Staates DDR” bis heute in die ostdeutsche Gesellschaft ausstrahle (Frankfurter Allgemeine im Juni 2008). Die Initiative konnte nicht punkten und Berlin bleibt wertlos. Oder auch nicht – alles eine Frage der Sichtweise.

Danke, Berlin, daß der Intoleranz Einhalt geboten wurde.

Doch, was muß ich grade lesen? Lehmann will sich noch nicht geschlagen geben: “”Berlin ist keine atheistische Stadt”?! Daß Gott die Kirchen diesen Entscheid allein hat ausfechten lassen, läßt sich nicht leugnen. Aber die Tendenz zur Penetranz zeigen ja nicht nur die harmlosen Zeugen Jehovas und die gefährlichen Scientologen, nein, auch bodenständige deutsche Christen weisen eine gewisse Hartnäckigkeit als Charaktermerkmal auf. Ein ordentliches Unterrichtsfach vom Rahmenlehrplan zu wischen, hat diesmal nicht geklappt. Aber das muß ja nichts heißen. Vielleicht steht uns ja bald die nächste fundamentalistische Kampagne direkter Demokratie ins Land:

Karikatur: Klaus Stuttmann
Karikatur: Klaus Stuttmann

Abstimmung:

Der Wahlleiter zum Abstimmungsergebnis

Verteilung der Nein-Stimmen:

Quelle: Tagesspiegel.de
Quelle: Tagesspiegel.de

Verteilung der Ja-Stimmen:

Quelle: Tagesspiegel.de
Quelle: Tagesspiegel.de

Presse:

Links:

Ein Kommentar auf 'Zur Hölle mit Berlin'

  1. avatar Bernd says:

    Gut gemacht, Berlin. Ich bin stolz darauf, hier wohnen zu dürfen.

    “Guten Morgen Berlin / Du kannst so häßlich sein, so dreckig und grau / Du kannst so schön schrecklich sein / Deine Nächte fressen mich auf /
    es wird für mich wohl das Beste sein / ich geh nach Hause und schlaf mich aus / und während ich durch die Straßen lauf / wird langsam Schwarz zu Blau.”

Beitrag kommentieren

Bitte einloggen um Kommentare abzugeben.