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Tödlicher Ausgang einer Tetanuserkrankung

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… Impfschutz insbesondere auch bei älteren Menschen sollte überprüft werden …

Eine 86 Jahre alte Frau starb im Juni 2007 in einer Klinik in Heidelberg an den Folgen einer Tetanuserkrankung. Die Patientin führte einen eigenen Haushalt im Haus, das sie zusammen mit ihrem Sohn bewohnte. Sie war geistig und körperlich fit und hatte immer schon viel Freude an der Gartenarbeit. Einen Hausarzt suchte sie nur selten (Blutdruckprobleme) auf, da sie nie ernstlich krank war.

Zwei bis drei Wochen vor der stationären Aufnahme war die Patientin im Garten gestürzt, wobei sie sich eine Schürfwunde an der Oberlippe und am rechten Unterarm zuzog. Trotz Aufforderung durch die Söhne erfolgte keine Vorstellung beim Hausarzt, so daß die Wunde nicht ärztlich versorgt wurde. Sie verheilte aber nachfolgend schnell und komplikationslos. Der Sohn berichtete, daß vier Tage vor der stationären Aufnahme erstmals eine im Verlauf progrediente Dysarthrie, Dysphagie und Schwierigkeiten beim Öffnen des Mundes auffielen. Drei Tage vor der stationären Aufnahme könnten Flüssigkeiten und Nahrung nur noch vermindert aufgenommen werden.

Am Tag der stationären Aufnahme wurde folgender Befund dokumentiert: Deutliche Tonussteigerung im Bereich der Hals- und Kiefernmuskulatur im Sinne eines Opisthotonus bzw. Trismus (vollständige Kiefersperre). Es war nur ein spaltbreites Öffnen des Mundes möglich.

Der kulturelle Erregernachweis und der Toxinnachweis gelangen nicht. Die Diagnose kann aber aufgrund der typischen klinischen Symptome und des Verlaufs als gesichert gelten. Serum wurde in ein auswärtiges Labor zur Antikörperbestimmung eingeschickt. Im EIA wurde 0,0343 IE/ml (Norm > 0,01 IE/ml) nachgewiesen. Die Impfschutzgrenze liegt bei 0,04 IE/ml, dh ein ausreichender Impfschutz war nicht vorhanden. Ob die Patientin jemals gegen Tetanus geimpft wurde, konnte nicht ermittelt werden.

Die Therapie erfolgte mit Tetagam (Tetanus-Antitoxin), Penicillin und Metronidazol (Abtötung noch vorhandener Tetanuserreger) auf einer Intensivstation. Aufgrund einer Pneumonie erhielt die Patientin zusätzlich eine Antibiotika-Therapie. Die Tonuserhöhung nahm trotz der eingeleiteten Therapie zu. Außerdem trat eine Ateminsuffizienz auf. Die Patientin mußte daraufhin intubiert bzw tracheotomiert werden. Trotz hoher Analgoosedierung kam es zu Episoden mit einschießender Tonuserhöhung am ganzen Körper mit Blutdruckabfall, Tachykardie und akuter Erhöhung der Beatmungsdrücke. Am nächsten Tag erlitt die Patientin zusätzlich noch einen Myokardinfarkt.

Unter der respiratorischen Verschlechterung kam es zu einem hypodynamen Kreislaufversagen, an dem die Patientin dann verstarb.

Weiterführende Informationen:

Epidemiologisches Bulletin 24 / 2008

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