Glaubst Du noch oder denkst Du schon?

 

Rezensionen

[Filmrezension] James Camaron – Avatar (USA 2009)

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2009-12-20, 12:21 [Sunday]

… hochkommerzieller Esokitsch …

Filmszene
Protagonisten des Films
Da ich gewisse Filme unerträglich finde, ist es mir unmöglich eine Rezension darüber zu verfassen. Gott-sei-dank gibt es jedoch Individuen, die masochistisch genug veranlagt sind, um sich auch solche Filme anzutun, und dankenswerterweise auch bereit sind, eine diesbezügliche Kritik zu verfassen. So hat selbst der Film Avatar, der pünktlich vor Weihnachten in die hiesigen Kinos kam, einen Rezensierer mehr oder minder für sich gewinnen können. Folgende Rezension von Ingo Junkat möchte ich Euch nicht vorenthalten:

Avatar – eine zweite Meinung

Der mit dem Baum tanzt

Ich habe diese Woche mehrfach gelesen, Avatar revolutioniere das Kino. Nach zweieinhalbstündiger Tortur im Kinosessel kann ich das nur für einen Bereich bestätigen: die Tricktechnik. Der Rest von Avatar ist, man muss es mal so deutlich sagen, der teuerste Esoterik-Kitsch aller Zeiten.

Bis zu 300 Millionen Dollar hat James Cameron angeblich für diesen Film ausgegeben. Herausgekommen ist ein Hightech-Ethnomärchen, das aus so vielen Versatzstücken besteht, dass man zwischendurch kaum noch weiß, in welchem Film man sitzt.

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[Buchrezension] Blom: Der taumelnde Kontinent

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2009-06-26, 13:40 [Friday]

… Rasante Zeiten, von Nikolaus German …

Historiker Philipp Blom
Historiker Philipp Blom
Philipp Bloms beeindruckendes Porträt über den taumelnden Kontinent am Vorabend des Ersten Weltkriegs

Jede Jahrhundertwende markiert einen Einschnitt im Bewusstsein der Menschheit. Um 1900 aber hatte man in Europa ganz besonders das Gefühl, in eine neue Epoche einzutreten. Viele Angehörige der literarisch-künstlerischen Intelligenz glaubten an die Heraufkunft eines “neuen Menschen”, betrachteten sich selbst als “Übergangsmenschen” – eine Wortschöpfung dieser Zeit, die schon ähnlich bei Friedrich Nietzsche, dem populärsten und wirkmächtigsten Philosophen des Zeitalters, vorgeprägt war.

Aber in Wirklichkeit sind wir alle und jederzeit “Übergangsmenschen” im Spannungsfeld zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen den Kräften einer alten und einer neuen Zeit. Wir sind, darauf weist Philipp Blom in seinem neuen Buch über die Anfangsjahre des 20. Jahrhunderts hin, heterogen zusammengesetzte Mentalitäten und Identitäten, konservativ und progressiv zugleich, “gebrochene Persönlichkeiten” heute ebenso wie die Modernen um 1900. Blom hält dieses Persönlichkeitsphänomen selbst für einen Teil der Modernität und zeigt, dass viele der früheren Modernen in mancher Hinsicht ganz konservativ waren – der musikalische Neuerer Strawinsky zum Beispiel in seiner Einstellung zur bildenden Kunst. Niemand war damals “völlig modern”, betont Blom und fügt mit Blick auf unsere Zeit hinzu, auch “heute ist es niemand”.

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