… Klinische Symptomatik jedoch ohne Erregernachweis …
Ein 25jähriger Mann aus Bangladesch, der sich seit 1996 ununterbrochen in Deutschland aufgehalten hatte, erkrankte am 03.01.98 akut mit Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und hohem Fieber. Sein Allgemeinzustand verschlechterte sich rasch, zusätzlich trat Luftnot auf. Nach zwei Tagen suchte er die Rettungsstelle eines Berliner Krankenhauses auf. Ein HNO-Arzt stellte die Diagnose ›Verdacht auf Rachendiphtherie‹ und veranlaßte die sofortige Einweisung in eine Infektionsklinik. Dort wurde zum Aufnahmezeitpunkt ein hochakutes Krankheitsbild registriert, die Befunde sprachen aber nicht eindeutig für eine Diphtherie (u. a. nur uncharakteristische abwischbare Beläge nach Art zähen Schleimes). Ein periglanduläres Ödem bewirkte eine teigige Schwellung im Halsbereich (›Cäsarenhals‹). Außerdem bestanden ein für die Diphtherie nicht typisches stammbetontes makulöses Exanthem und eine beidseitige deutliche Konjunktivitis.
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