Glaubst Du noch oder denkst Du schon?

 

Gegen Argumente immun

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2009-12-02, 21:13 [Wednesday]

Immunisierung der Immunisierungsgegner …

Schutzschild der Immunität
Schutzschild der Immunität
Die Botschaft erreichte per E-Mail Freunde, Familie und Kollegen. „Wer es noch nicht weiß: Die beiden Impfstoffe gegen die sogenannte Schweinegrippe . . . enthalten als Adjuvans (Impfverstärker) Squalen“, schrieb vor zwei Wochen eine gewisse Juliane Sacher, Fachärztin für Allgemeinmedizin aus Frankfurt. Squalen sei auch bei Golfkrieg-Soldaten als Impfverstärker eingesetzt worden und habe das Golfkriegssyndrom verursacht. Chronische Müdigkeit, Fibromyalgie (Muskelrheuma), Gedächtnisstörungen, Erschöpfung, Schmerzen sowie Verdauungsprobleme und Hautausschlag seien die Folgen. „Wenn die Bundesregierung ihren Willen durchsetzt und 35 Millionen Menschen geimpft werden, ist damit zu rechnen, dass 8 bis 9 Millionen Bundesbürger für die nächsten Jahrzehnte unter chronischer Müdigkeit und Fibromyalgie etc. leiden werden. Geben Sie diese E-Mail an möglichst viele Ihrer Bekannten weiter.“

Die Kettenmail verbreitete sich in Windeseile in ganz Deutschland. Golfkrieg, Schmerzen und Syndrom waren Schlüsselwörter, die obendrein durch die schaurig illustrierten Folgen vor allem Unsicherheit, aber auch Angst verbreiteten. Die Botschaft hatte nur einen Haken: Sie war falsch. Squalen sei ein natürliches Zwischenprodukt des menschlichen Stoffwechsels sowie Bestandteil der Körperzellen und vieler Lebensmittel, klärte das für Impfstoffe und Arzneimittel zuständige Paul-Ehrlich-Institut auf. Ein Zusammenhang zwischen Anthrax-Impfung und Golfkriegssyndrom sei mehrfach untersucht, aber nicht gefunden worden, zumal der Impfstoff überhaupt kein Squalen enthalten habe. „Zur Sorge gibt es deshalb keinen Anlass.“

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480.000 Impf-Cocktails

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1960-08-31, 07:33 [Wednesday]

… als Riegelungsimpfung in eine Epidemie hinein …

Mit einiger Sorge sehen der Westberliner Senator für das Gesundheitswesen, Dr. Hans Schmiljan, und der Seuchenreferent des Landesgesundheitsamts Berlin, Dr. med. Helmuth Kochs, dem Ausgang einer Untersuchung entgegen, mit der eine Kommission Westberliner Ärzte und Institutsleiter zur Zeit befaßt ist.

Das Mediziner-Gremium prüft, ob die Gesundheitsverwaltung von Westberlin einen bislang in Deutschland nicht erprobten Impfstoff gegen Kinderlähmung ohne genügende Sorgfalt angewendet hat und ob etwa die 50 Fälle von spinaler Kinderlähmung (Poliomyelitis), die in diesem Sommer in Westberlin registriert wurden, auf den leichtfertigen Einsatz des Impfstoffs zurückgeführt werden müssen.

Westberlin, für Spenden besonders aufgeschlossen, empfing aus den Vereinigten Staaten kostenlos 18 Zentner eines Polio-Impfstoffs, den der amerikanische Wissenschaftler Harold R. Cox in den vergangenen Jahren entwickelt und in Nord- und Südamerika erfolgreich angewendet hatte.

Gegen die Kinderlähmung, die augenblicklich in Westdeutschland grassiert*, wurden bisher hauptsächlich, zwei Abwehrmittel eingesetzt:

  • in der westlichen Welt der Impfstoff des Amerikaners Salk, der aus abgetöteten Polio-Viren gewonnen und zur Immunisierung in kurzen Abständen zwei- oder dreimal eingeimpft wird;
  • in der Sowjet-Union und fast allen östlichen Staaten die Vakzine des Russen Sabin, ein aus geschwächten Polio-Erregern extrahierter Impfstoff, der in Tablettenform verabreicht wird.
  • Die Cox-Spende als drittes Immunisierungsmittel kam Westberlin sehr gelegen, waren doch im Frühjahr 1960 an alle Ostberliner Kinder und Jugendliche Sabin-Tabletten ausgegeben worden, und die Gesundheitsverwaltung Westberlins glaubte daraufhin, nun auch in ihrem Bereich Schutzmaßnahmen treffen zu müssen.

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